Crack macht Spaß. Segeln noch viel mehr.

Weil ja heute bekanntlich Dienstag und nicht Donnerstag ist, braucht der Artikel eine Einleitung zur Einleitung. Also eine Meta-Einleitung. Finde ich zumindest. Und hier ist sie auch schon: Zeit ist relativ. Zumindest im Juni. Und zumindest wenn man studiert. Oder Lehrer ist. Oder noch schlimmer: Schüler. Wenn man studiert vergeht die Zeit zu schnell, denn irgendwie hat man immer zu wenig davon zum Lernen oder für die Abgabe gewisser Schriftstücke. Ist man Schüler oder Lehrer wartet man hingegen ungeduldigst auf Ferienbeginn. Deswegen zieht sich der Juni auch wie ein Kaugummi, der sich gerade zwischen dem glühend heißen Asphalt und der eigenen Schuhsohle befindet. Worauf will ich eigentlich hinaus? Genau: Obwohl es schon eine Woche her ist, dass sich der blonde Surferdude Aaron Bruno mit seiner Band AWOLnation in der Arena Wien die Ehre gab, kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen. Insofern ist es gut, dass ich Student bin („Waaaaaas? Das ist schon eine Woche her? Holy Sh*t!“).

Aaron Bruno aka der blonde Surferdude aka Sänger/Komponist von AWOLNATION

Aaron Bruno aka der blonde Surferdude aka Sänger/Komponist von AWOLNATION

Sail von AWOLnation kennt ja jetzt irgendwie jeder. Bis auf meine Mama. Aber das zählt nicht. Und weswegen ist das so? Wegen Jeb Corliss und seinem „Grinding the Crack“- Video auf YouTube. Leider muss ich zugeben, dass ich ohne dem auch gar nicht oder noch viel später von AWOLnation erfahren hätte. Also, erstmal ein riesen, fettes Danke an Jeb und den Typen, der AWOLnation bereits kannte und es zur passenden Hintergrundmusik für besagtes Video auserkoren hat. Und auch ein ebenso riesen, fettes Danke an meinen Bruder, der auf lebensmüde Sportler steht und mir eigentlich das Video, und nicht die Musik zeigen wollte. Das alles hätte jedoch nichts, oder zumindest mir nichts bzw. wenig geholfen, wenn das Konzert in der Arena tatsächlich pünktlich, also im Februar, stattgefunden hätte. Hätte. Konjunktiv. Hurra. Aus welchen Gründen auch immer, hat es das aber nicht. Die Tatsache, dass es auf Juni verschoben wurde, habe ich einfach mal als Wink des Schicksals gedeutet, mir spontan eine Karte besorgt und mich ganze drei Monate auf die Erfüllung des Schicksalswinks (sofern das ein Wort ist) gefreut.

So sieht's aus, wenn man direkt vorm Gitarristen steht

So sieht’s aus, wenn man direkt vorm Gitarristen steht

Letzten Dienstag war es dann soweit. Und wenn man sich drei Monate schon so auf ein Konzert gefreut hat, dass man kurz davor war einen Kalender zu basteln, an dem man die verbleibenden Tage bis zu dem „Event“  abzählen kann, dann darf man sich auch, wie ein 15-jähriger Teenager, in die erste Reihe stellen. Vor allem, wenn man genetisch bedingt nie im Stande war, eine für einen Erwachsenen respektable Körpergröße zu erlangen. Da steht man also. Hält sich an der Bühne fest. Fragt sich, warum man eigentlich so nervös ist, dass man sich an der Bühne festhalten muss. Dann geht das Licht aus. Spannung. Dann geht es wieder an. Noch mehr Spannung. Und die kalifornischen Surferdudes, samt ihres blonden Sängers und Komponisten, betreten die Bühne. Spannung zu Ende. Dafür ist die Freude darüber, dass es nun endlich abgeht, unheimlich groß. Whoopie! Aber offensichtlich war die Vorfreude nicht bei allen, sondern eigentlich eher bei wenigen, so groß wie bei mir. „Griegt man die Stimmung hier vorn nur nicht so mit oder stehn die da wirklich alle bloß mit so großen Augern herum und bewegen sich nicht?“ Anscheinend ist das Publikum in den letzten paar Jahren schüchtern geworden. Anscheinend braucht man zum Vertreiben dieser Schüchternheit mindestens zwei Lieder, wovon eines jeder, wirklich jeder, kennen muss. Tadaaaaa, und da kam es dann auch schon: Aaron kündigte es mit dem Zusatz „Habt euch alle lieb!“ an und schon erklang Not your fault – die Liveversion. Das funktionierte unheimlich gut. Ab diesem Zeitpunkt ging es nun tatsächlich – endlich – ab. Nicht nur im Publikum. Und bei mir. Sondern auch auf der Bühne. Ich habe wirklich selten einen Künstler gesehen, der sich so auf der Bühne verausgabt und mindestens drei Liter Flüssigkeit verliert. Also, schweißtechnisch. Kein Wunder, dass in den Monaten, die die Band schon auf Tour ist, vom einst stämmigen Aaron nur mehr ein Strich in der Landschaft übrig ist. Aber egal. Er gab alles. Die Band gab alles. Und das Publikum gab alles. Alle dehydrierten gemeinsam. Gemeinsam war dann auch das Stichwort: Endlich ertönten die ersten Töne von Sail. Und Aaron schmiss sich einfach in die Menge. Nein. Nicht zum Crowdsurfen (das er ja auch sehr gern macht, mit einem tatsächlichen Surfboard). Er stand einfach mitten im Publikum und sang gemeinsam mit den überaus aufgeregten Menschen um ihn herum dieses epische Lied. Spätestens zu dem Zeitpunkt, war nicht nur die Blondine in der zweiten Reihe, die ihn schon die ganze Zeit angehimmelt hatte, endgültig verliebt. Sondern auch alle anderen, die es in das vordere Drittel der großen Halle geschafft hatten. Wobei sich bei den meisten davon wohl zwei X im Chromosomensatz befanden. Diese – temporäre oder auch permanente – Verliebtheit führte auch schließlich dazu, dass sich alle, wirklich alle, zu All I need in der ersten Reihe in den Armen lagen und schunkelten. Aber natürlich nicht so wie im Bierzelt. Sondern viel cooler. Schließlich war die Musik allein schon wesentlich cooler. Finde ich zumindest. Neben den bereits bekannten Liedern, die nicht nur von mir in vollkommener Inbrunst mitge“sungen“ wurden, gab es auch drei neue Leckerbissen, die Appetit, nein, Hunger auf das neue Material machen.

Volle Hingabe - völlig fertig - der Surferdude am Boden

Volle Hingabe – völlig fertig – der Surferdude am Boden

Eigentlich wollte ich jetzt „Und nach soundso viel Stunden Konzertgenuss pur“ schreiben, aber ich habe keine Ahnung, wie lange das Konzert eigentlich gedauert hat. Das muss wohl am vielen Headbangen liegen. Oder am Hüpfen. Oder am Tanzen. Oder am Umarmen. Oder am Grölen. Oder am halben Liter Radler, den ich nach dem Konzert innerhalb von gut 3 Minuten hinunter geleert hatte, um der Dehydration zu entgehen. Eigentlich egal, woran es liegt. Eigentlich egal, wie lange es gedauert hat. Eigentlich alles egal. Außer, dass AWOLnation live wirklich einfach grenzgenial sind. Glücklicherweise kann man sich im November gleich drei Mal davon überzeugen, ob sie das halten, was ich in meinem Begeisterungssturm versprochen habe: Am 03.11. in Linz (Posthof), einen Tag später, am04.11. wieder in Wien (Arena) und schließlich auch noch am 06.11. in Salzburg (Rockhouse). Eine Karte gehört schon mir. Natürlich nur, damit ich dann weiß, wie lange denn jetzt eigentlich so ein AWOLnation-Konzert dauert…

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4 Kommentare

  1. Kristina · Juni 22, 2012

    Ich find schön, dass du wieder bloggst! (und danke für die Gustostückerl, die jetzt mein ‚Lernen‘ untermalen)

    • bizmiez · Juli 5, 2012

      Danke Kristina! Fürs Lesen, fürs Kommentieren,fürs Verlinken und fürs Bloggen 🙂 Sobald ich herausgefunden hab,wie das bei meinem Blog geht,mach ich das natürlich auch. Ich les deinen nämlich auch ziemlich sehr gern 😀

  2. Mary · November 16, 2012

    Ich bin auch in der ersten Reihe gestanden, und am 4. November wieder. Ihre Musik ist einfach genial und ich kann auch nicht genug bekommen! 🙂 LG, Mary

    • bizmiez · Dezember 1, 2012

      Same here (surprise,surprise) 😉
      Und Ende Jänner wieder…zwar nur in Graz oder in Salzburg, aber die sind mir eine Reise auf jeden Fall wert 😀

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