I’m back but still it’s time to say goodbye…

Der Juni war hart. Nicht nur für mich. Und für andere Leidensgenossen, die irgendwie ja auch schon in meiner letzten Meta-Einleitung vorgekommen sind. Nein, der Juni war auch hart für meinen Blog. Er hat sehr unter meiner Abwesenheit gelitten. Die Donnerstage kamen und gingen, aber kein neuer Eintrag ließ sich blicken. Irgendwie sehr traurig. Und das nach nur sieben Artikeln. Aber das sollte doch nicht wirklich das Ende sein. So schnell lässt man seine große Liebe nicht links oder rechts liegen. Das wäre noch viel trauriger. Man lässt sie nur ein bisschen ruhen. Bis dieses verfluchte, universitär bedingte Schriftstück abgegeben und das beruflich bedingte Magazin veröffentlicht ist. Nun ist es an der Zeit meinen Schatz wieder aufzuwecken. Vorbei mit der Ruhe. Aufstehen. Biz is back.

Jetzt von dieser Meta-Einleitung zum eigentlichen Thema zu kommen, ist irgendwie sehr viel schwerer als gedacht. Deshalb folgt hier ein Versuch: Eigentlich wollte ich ja über das legendäre Wolfmother-Konzert in der Arena berichten. Holy Shit! War das verregnet. Und Holy Shit! War ich nass. Aber Holy Shit! War das geil. Doch das muss jetzt warten. Der Grund dafür, ist für mich einer, der mir ziemlich schwer fällt. Biz ist zwar back und damit auch mein Schatz (also der Blog, nicht ich selbst). Aber ein Teil meiner WG verabschiedet sich in ein paar Tagen für immer aus unseren Hallen. Doch nicht nur irgendein Teil (sofern es einen solchen in meiner WG überhaupt gibt), nein, der Teil, der sich als mein musikalischer Mentor erwiesen hat. Unfreiwilligerweise. Also seinerseits. Grund genug, um zumindest den Versuch einer Hommage zu starten. Um seine unfreiwilligen Bemühungen auch nur ansatzweise würdigen zu können. Und um vor allem jede Menge geniale Bands in einem Blogeintrag unterbringen zu können (man klicke einfach auf die jeweiligen Bandnamen und schon besteht immerhin die Chance auf einen Ohr-gasmus).

My Mentor and My Self

My Mentor and My Self

Meine musikalische Ausbildung bei ihm nahm, wie sollte es auch anders sein, mit zwei Weinflaschen und einer ziemlich gedrückten Stimmung beiderseits seinen Anfang. Beste Voraussetzungen also. Verbittert und verkatert kam man irgendwie drauf, dass der jeweils andere einen echt guten Musikgeschmack hatte. Natürlich rein subjektiv. Doch der gute Mann war mir schon damals, ist noch immer und wird mir wahrscheinlich auch immer ein gutes Stück voraus sein. Manch einer mag vielleicht meinen, dass es an seinem fortgeschrtittenen Alter liegt (schließlich hatte er fast sechs Jahre mehr Zeit Musik zu hören als ich), aber sowohl er als auch ich sind der Überzeugung, dass dies eindeutig seiner grenzenlosen Weisheit zuzuschreiben ist. Wie ist es auch sonst zu erklären, dass er mir die Black Keys schon vor Jahren auf die Ohren gedrückt hat. Noch bevor es kein Kunststück war sie zu kennen, weil sie ohnehin jeder kannte. So wie jetzt zum Beispiel. Wem diese Band trotzdem noch kein Begriff sein sollte, der sollte sich dringend einmal damit auseinandersetzen. Indem er beispielsweise auf den Bandnamen klickt, der da ein paar Zeilen weiter oben steht. Spätestens dann sollte einem die Weisheit meines Mentors klar sein. Von wegen Alter und so.

Ein weitere Lektion in Sachen Rock’n’Roll waren jegliche Bands, die irgendetwas mit Alison Mosshart und/oder Jack White zu tun haben. Seien es nun die unglaublichen The Kills, bei denen man sich echt fragt, wie zum Henker die es zu zweit schaffen, so minimalistische, aber gleichzeitig so geile Musik zu machen, dass es kaum fassbar ist. Zumindest für mich. Gleiches gilt natürlich auch für The White Stripes. Hatte ich in der Vergangenheit diese immer prinzipiell abgelehnt – eine Band ohne Bassist kann man als Möchte-gern-Bassistin ja schon mal gar nicht mögen – so lehrte mich mein weiser Mitbewohner, mal einfach meine Prinzipien zu ignorieren und auf die Musik zu hören. Da ich noch immer nicht auf seine weisen Worte – und schon gar nicht auf die Musik – hören wollte – in der Anfangsphase meiner Ausbildung war ich mir seiner grenzenlosen Weisheit noch nicht bewusst – bezwangsglückte er mich mit einer Kombination aus Alison Mosshart, die ich ja dank ihm schon mochte, und Jack White. Die Rede ist von The Dead Weather. Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, als ich das erste Mal Hang you from the Heavens widerwillig vernahm. Spätestens bei der Hälfte des Liedes wurde mir klar, dass Widerwille beim Musikgeschmack dieses Mannes völlig unangebracht und kontraproduktiv war.

Mit stolz geschwellter Brust und zu meiner Ehrenrettung, darf ich aber auch an dieser Stelle verkünden, dass auch ich manchmal eine Band entdeckte, die mein Mentor nicht kannte und dann doch glatt in seine fein säuberliche I-Tunes Bibliothek aufgenommen wurde. So wie beispielsweise Florence and the Machine , Kasabian oder vor allem Trouble over Tokyo. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass unsere musikalische Beziehung nicht nur einseitig war.

Ich könnte hier noch Ewigkeiten weiterschreiben, noch mindestens tausend Bands unterbringen, von den mindestens tausend gemeinsamen Konzertbesuchen herum lamentieren (persönliche Highlights: Black Rebel Motorcycle Club als Arena Open-Air und Juliette Lewis beim überaus geilen Poolbar Festival in Feldkirch). Aber irgendwann muss auch mal ein Ende sein. Traurigerweise. Auch schon allein deswegen, um diejenigen von euch, die es bis hierher geschafft haben, nicht noch weiter von irgendetwas Wichtigerem oder gar Produktiverem abzuhalten. Und vor allem deswegen, weil ich alles was ich zu sagen hätte, gar nicht in Worte fassen kann.

Am Ende dieser Ära, am Ende dieser Hommage und am Ende dieses Artikels bleiben mir eigentlich nur noch drei Dinge zu sagen: 1.Viel Glück und Freude in deinem neuen Leben! 2.Wir werden dich in unseren Hallen vermissen – oder zumindest ich und 3.Danke! Danke für die geile Musik von dir. Und danke für die geile Zeit mit dir!

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