Wenn einem die Muse küsst …und dann ohrfeigt.

Ganz entgegen der Erwartungen, die man durch die hier oben stehende, fette Zeile – auch Überschrift oder Headline oder Titel oder so genannt – haben könnte, soll das hier eine Verteidigung von Muse werden. So schnell kann’s gehen. Und schon hat man ein paar Leute zum Gehen bewegt. Vertrieben quasi. Aber. Was solls. Daran kann ich nichts ändern. Mag ich auch nicht. Jeder hat seine eigene Meinung. Seinen eigenen Geschmack. Und vor allem seinen eigenen Kopf. Und wenn dieser Muse nicht ausstehen kann. Na. Dann. Kann es schon mal nicht mein Kopf sein. Zumindest.

„Greatness dies.“

Dabei handelt es sich nicht nur um eine Textzeile auf dem neuen Album von Muse. Nein. Sondern auch um das Motto des Albums. Eigentlich sollte das dessen Titel sein. So schnell kann’s gehen. Und schon hat man auch die Muse-Fans beleidigt. Aber hoffentlich nicht vertrieben. Noch nicht. Zumindest. Dennoch. Das neue Album ist und bleibt einfach nicht gut. Also, so wirklich gar nicht gut. Selbst, wenn man Muse heiß liebt. Und innig. Mit Haut. Und Haaren. Und auch mit den sonstigen verbleibenden Körperbestandsteilen. So wie ich. Da hilft auch alle Mühe nichts. Absolut. Überhaupt. Rein. Gar nichts. Damit kann man – also ich – höchstens ein paar Liedern ein paar gute Aspekte abgewinnen. Und selbst diese sind abgekupfert.

„So. Und wo bleibt da jetzt bitte die Verteidigung?“

Gut. Dann hat Muse eben mal ein Album so richtig ordentlich in den Sand oder auch sonstwohin gesetzt. Gut. Dann war das Album davor auch nicht so dermaßen – Achtung, veraltetes Modewort – der Burner. Gut. Man könnte fast behaupten, dass die drei Herren von Muse wahrscheinlich nicht von der Muse geküsst wurden. Sondern eher verlassen. Und zuvor geohrfeigt. So richtig. Nämlich. Dennoch werde ich nicht den Glauben daran verlieren, dass diese momentan abwesende Muse wieder zu den drei in Frage stehenden Briten zurückkehrt. Und sie nicht nur küsst. Sondern einmal so richtig niederschmust. Mit Zunge. Und allem Drum. Und Dran. Warum sie das tun sollte? Na. Ja. Weil sie es schließlich schon einmal getan hat. Oder vier Mal. Eigentlich. Man möge sich doch mal Showbiz anhören. Origin of Symmetry, Absolution oder Black Holes and Revelations stünden zu diesem Zwecke auch noch zur Verfügung. Vor allem bei Absolution muss die gute Muse einfach unheimlich scharf auf diese Typen gewesen sein. Anders kann ich mir sonst das Ausmaß an genialer Mucke auf diesem einen einzigen Album gar nicht erklären.

Außerdem schafft es Muse – also, die Band und nicht die Dame/Göttin/Halbgöttin oder was auch immer – dennoch ein durchaus als „scheißgeil“ zu bezeichnendes Konzert abzuliefern. Trotz eines scheiß Albums. Und trotz der Tatsache, dass dieses scheiß Album bei dem fraglichen Konzert auch noch fast komplett rauf. Und auch wieder runter gespielt wird.

Der Punkt ist einfach folgender: Muse besteht aus drei Herren. Drei Herren, die musikalisch unheimlich viel drauf haben. Auch, wenn sie das manchmal zu vergessen scheinen. Aber die Muse kommt wieder. Küsst sie. Schmust sie nieder. Steckt ihnen ihre Zunge in den Hals. Und dann fällt ihnen hoffentlich wieder ein, wie genial sie doch sind. Eigentlich.

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2 Kommentare

  1. prawda · Dezember 11, 2014

    Ich weiß noch wie von denen oder nur von dem Bassisten mal Slap Bass gedisst wurde… Und was höre ich letztens auf einem ihrer neueren „Lieder“? Na klar doch: Slap Bass… Diese Musik ist doch der allerletzte Scheißdreck.
    Weinerliche, prätentiöse Kackscheiße. Genau das richtige für Klugscheißer vom Konservatorium oder LK-Musik-Abiturienten, die solchen Mist für gaaaanz tollen ROCK und sich selbst wohl für die tollsten Menschen halten. Uäärrggs. Geht doch alle kacken und nehmt diese Mistcombo mal mit… zum Arsch abwischen.

    • bizmiez · Dezember 11, 2014

      Slap Bass dissen geht wirklich nicht, da geb ich dir auf jeden Fall recht! Leider gehöre ich nach wie vor zu jenen Menschen, die Muse und vor allem Matt Bellamy für großartige Musiker halten, die eben bedauernswerterweise beim letzten (und vielleicht auch ein wenig beim vorletzten) Album ordentlich ins Klo, auf das alle kacken gehen sollen, gegriffen haben. Herausgekommen ist tatsächlich, welch Überraschung, hauptsächlich Scheisse. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sie mit ihren nächsten musikalischen Auswüchsen wieder in ihre Ursprungsform zurückkommen.

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