summer JAM No.5: Ich hab getanzt heut‘ Nacht…

Man stelle sich folgende Szenerie vor: Gefühlte Millionen Grad, tatsächliche 35 Grad wahrscheinlich, ein Sandstrand an der Donau, ein Cocktail in der rechten Hand, eine Tschick in der linken und ein Freund zur linken Hand. Klingt nach einem eher angenehmen und entspannten Samstag-Abend. Könnte man meinen. Bis eine einzige scheinbar unscheinbare Frage diese Idylle zermürbt, zerreisst, zerstört. Aus und vorbei.

„Kennst du Tanz Baby!?“
„Öhm….wen?“
„Tanz Baby!“
„So als Aufforderung?“
„Nein. So als Band.“
„Ach so. Nein, so als Band, nicht so wirklich…jetzt.“

Der Ausdruck im Gesicht meines zur linken Hand sitzenden Gegenübers war von Ungläubigkeit, ja schierem Entsetzen gezeichnet. Die Augen weit aufgerissen, die Kinnlade also mal mindestens bei den Knöcheln unten, starrte mich diese Mimik an. Fixierte mich. So als ob er/sie/es mich am liebsten auffressen möchte. Und das nicht auf die gute Art und oder Weise.

„Waaaaaaaaaaaaaas? What the fuck? Wie kannst du nur? Oder eher: Wie kannst du nur nicht?“
„Ahem…naja. Ich kann ja auch nicht alles kennen. Oder so. Sollte ich denn?“
„Öhm…JA! Unbedingt! Was isn das für blöde eine Frage?!“
„Mkay. Ich schau mal…oder hör mal…oder was auch immer.“
„Pfff…ist auch besser so. Was bist du denn sonst bitte für eine Musikjournalistin?!“

Und recht hatte es. Also, mein zur linken Hand sitzendes Gegenüber. Wie kann man die nur nicht kennen?! Nicht nur als Pseudo-Möchtegern-Musikjournalistin ist das Nicht-Vorhandensein von Tanz Baby! im eigenen Bewusstseinshorizont ein so-gut-wie-nicht-entschuldbares Versäumnis (Ein Hoch auf die Bindestriche, btw.). Zugegebenermaßen möge die Musik der vier aus Eisenstadt und Wien stammenden Mannen samt einer Dame anfänglich etwas seltsam wirken. Aber gut seltsam. Liegt wahrscheinlich an der Heimorgel. Oder am etwas Falco-e-nesquen Aussehen des Sängers. Oder am leichten, sehr subtilen Hang zur Melodramatik. Oder wahrscheinlich an der Kombination des Ganzen. Egal. Tanz Baby! gehört definitv und wieder einmal zu den zutiefst unterschätzten heimischen Bands. Die eigentlich ganz anderes und noch viel mehr verdient hätten.

Und passend zu meiner momentan vorherrschenden Gefühlslage und der Tatsache, dass man zu Beginn des Wochenendes vermutlich, eventuell und möglicherweise shaken geht, gibts heute und an dieser Stelle einen Sommerhit mit einem leichten, aber sehr subtilen Hang zur Melodramatik. Nur so. Nur du.

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