Türchen Nummer NEUNZEHN: Das Märchen vom Ghetto-Funk-Kater

Es war einmal ein kleines, unschuldiges Mieze-Kätzchen von güldenem Fell, mit großen, neugierigen Augen. Auf der Suche nach nicht wirklich etwas Konkretem, streifte sie tagaus, tagein auf ihren Samtpfoten durch die Lande. Eines schönen Sommerabends traf sie auf einen Kater. Dies war an und für sich keine wirklich aufregende Tatsache. Er hatte funkelnde, blaue Augen und kohlrabenschwarzes Fell, das jedoch aufgrund seines etwas fortgeschrittenem Alters bereits von silbrig schimmernden Strähnen durchzogen war. Das kleine Mieze-Kätzchen wusste nicht genau weshalb, jedoch fühlte sie sich zu diesem männlichen Exemplar auf seltsame Art und Weise hingezogen. Und weil der Kater gerade nichts Besseres zu tun hatte, nahm er sich ihrer in all seiner Güte an.

So kam es, dass sich die beiden nun mehrmals pro Woche gemeinsam auf Erkundungstour durch die Lande begaben. Sehr zum Vorteil des kleinen Mieze-Kätzchens, wusste der Kater von gar seltsamen, aber äußerst interessanten Orten, die ihr ohne seiner Weisheit wahrscheinlich für immer verborgen geblieben wären.

An einem dieser Orte sollte es jedoch geschehen, dass der Kater seinem getreuen Anhängsel sein wahres Wesen preis gab. Nichts ahnend vernahm sie eines Abends ihr vertraute Klänge. Ihr ward es, als würde es sich dabei um Peace Frog von The Doors handeln. Aber irgendetwas war anders. Spätestens als der Bass einsetzte und sich der silber-melierte Kater gar seltsam zu bewegen begann, wurde ihr klar: „Ach du heilige… Ein Remix.“ Fluchtartig wollte sie diesen Ort hinter sich lassen, doch der Kater gebot ihr Einhalt. „Hör doch einfach mal zu.“ „Was zur Hölle ist das denn bitte?“ „Das nennt sich Ghetto-Funk. Und ist scheissgenial.“

Tatsächlich. Bevor das kleine Mieze-Kätzchen sich versah, fing ihr Hinterteil an, sich wie von Zauberhand zu bewegen. Links, rechts. Auf, ab. Und hörte nicht mehr damit auf. Von nun an vernahm sie jedes Mal, bevor sie sich auf Streifzug begab, diese Klänge und der Ghetto-Funk ergriff langsam aber sicher Besitz von ihr.

Die Zeit flog nur so dahin und eines schönen Tages, war auch der Sommer vorbei. Und mit diesem endet nicht nur die Geschichte, sondern auch der gemeinsame Weg vom Ghetto-Funk-Kater und dem kleinen Mieze-Kätzchen. So traurig das auch klingen mag, liebe Kinder, so hatte es trotzdem etwas Gutes: Ihr blieb immer noch diese musikalische Offenbarung. Und wenn sie sich noch nicht allzu sehr verrenkt hat, so schwingt sie ihr Hinterteil noch heute.

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