Mir scheint die Sonne aus dem PunkPunktPunkt

Naja. Aus dem auch was auch immer. So genau und vor allem so grafisch möchte das dann doch so wirklich überhaupt gar niemand wissen. Und da diese Redewendung als Redewendung ja doch des Öfteren – zumindest wenn man mein Umfeld heranzieht – verwendet wird, ist eine genauere wortwörtliche Erörterung eigentlich gar nicht notwendig. Ausserdem bin ich mir ziemlich sicher, dass das mit dem Sonnenschein dann doch für die meisten äusserst gut nachvollziehbar ist. Zumindest für Menschen mit Fenstern und Türen. Und so.

Im Grunde hatte ich mir ja fest vorgenommen mich nicht über die ersten Frühlinganszeichen zu freuen, solange der Winter sich weigert irgendwo in meine Nähe zu kommen. Aus, Schluss, Ende im Gelände. Dachte ich. Aber meine Endorphine machen mir da so einen unheimlich riesigen und noch dazu fetten Strich durch meine scheinbar falsche Rechnung. Heute musste ich traurigerweise feststellen, dass, wenn sich auch nur ansatzweise mal die Sonne durchringt und meine natürliche Umgebung sich von einem tristen graubraunwasauchimmerbuäch in grün umfärbt, dieselbigen eine langfristig geplante Rebellion gegen meine Freudenweigerung in die Tat umsetzen. So eine wäre ja doch noch irgendwie im Zaum zu halten, wenn sie dabei nicht von einem äußerst feinem Gute-Laune-Liedelein unterstützt werden würde.

Die Tatsache, dass ich dieses äußerst feine Gute-Laune-Liedelein namens Shooting Up Sunshine von Reptile Youth in knapp einem Monat nach ewiglanger Konzertabstinenz auch live im Fluc vernehmen darf, hat den Endorphinen dann schlussendlich zu einem Sieg verholfen. Ich ergebe mich. Ganz offiziell. Weisse Fahne, Tuch oder sonst irgendein Stofffetzen. Die gute Laune hat mich. Und ich sie. Widerwillig. Aber trotzdem. Scheisse.

PS: Das mache ich eigentlich bei meinem Blog fast gar nicht, aber ich glaube, dass dieses Konzert außer geil, nur mehr geil werden wird. Also. Hier eine höchst offizielle Konzertgehempfehlung! Karten gibts u.a. auch beim Jugendinfo um sensationelle 15 Euronen. Und das müssen diese Dänen dann einem schon wert sein. Mindestens 🙂

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Und die Moral von der Geschicht: Ahnungslosigkeit schützt vor ausfreaken nicht.

Wenn man sich schon derart lange nicht um seinen eigenen Blog gekümmert hat, dass in der Zwischenzeit wordpress mehr als ausreichend Zeit hatte, um mit dem gesamten Layout, Design und mit was weiß ich noch was Weitwerfen über den Haufen zu spielen, dann hat man echt etwas falsch gemacht. Oder zumindest nicht so ganz richtig. Jean Claude van-damned!

Wie gut also, dass es am Wochenende wieder mal so ein kleines Festival auf so einem kleinen Inselchen in so einer kleinen Bundeshauptstadt gegeben hat. Und noch besser, dass man von einem herzallerliebsten Menschen dorthin gezerrt wurde. Obwohl man ja eigentlich den Menschenmassen entgehen wollte, aber wenns schon nix kostet. Außer ein paar Nerven ob der meistens überaus intelligenten Öffi-Gespräche einiger – ich zitiere – „saufetter“ DonauInsulaner bei der Heimreise (rein nach dem Krautschädl-Motto „I sog i bin fetzendicht, owa mir is nu net schlecht.“). Zumindest hat man mal wirklich wieder das fast schon zwanghafte Verlangen irgendwem von dem Abend erzählen zu müssen. Und wenn man schon dabei ist, könnte man auch gleich auch wieder in die Tasten hauen. Von wegen Mitteilungsbedürfnis und Effizienz. Und so.

Der Hauptgrund fürs Donauinselfest – also meiner – war, wie gesagt, der herzallerliebste Mensch. Der Hauptgrund fürs Donauinselfest – also für den herzallerliebsten Menschen – wiederum waren zwei Herren aus Großbritannien, die sich selbst in Kombination als Chase & Status betiteln. Und wie es das Schicksal oder auch sonst wer so wollte, gaben sich genau diese zwei beiden die Ehre, die FM4-Bühne am Sonntag-Abend mit ihren elektronischen Klängen zu beschallen. Würd ich ja auch machen, wenn ich könnte. Und mich wer darum fragen bzw. dafür bezahlen würde. Schließlich handelt es sich um eine unumstrittene und unumstößliche absolute Tatsache (rein subjektiv gesehen natürlich), dass die FM4-Bühne einfach mit Abstand die genialste auf der gesamten Insel ist. Schon alleine wegen der Location. Dementsprechend gut besucht war das Arena-artige Areal. Und so stand ich – wieder einmal – inmitten dieser Menschenmassen. Völlig ahnungslos – wieder einmal – was da so auf mich zukommen würde. Und noch viel ahnungsloser – wieder einmal -, dass ich anscheinend die einzige Ahnungslose in dieser Menschenmasse war.

Der Blick der ahnungslosen Bizn

Der Blick der noch ahnungslosen Biz

Denn kaum erklangen die ersten Töne – oder auch – kaum ertönten die ersten Klänge (je nachdem was einem lieber ist), erhob sich ein Kreischkonzert sondergleichen. Und zwar von fast allen Anwesenden, unabhängig des Chromosomensatzes. Somit wäre zumindest die Frage beantwortet, ob Männer auch kreischen können. Immerhin. Nach dieser unfreiwilligen Feststellung und kurzen Irritation dadurch meinerseits, dauerte es aber auch bei mir nicht lange bis sich Füße, Beine, Arme und auch diverse andere Körperteile einfach wie von selbst zu bewegen begannen. Und dieser Zustand ließ sich 75 Minuten lang auch nicht wieder abschalten. Kreischen und hüpfen und umfallen samt Schmerzen inklusive. Das lag aber nicht nur daran, dass man bei (guter) elektronischer Mucke fast nicht anders kann als zu shaken. Also, ich nicht zumindest. Sondern auch an der Tatsache, dass diese Mucke einfach um einiges genialer ist, wenn man ein Schlagzeug samt Schlagzeuger, eine E-Gitarre samt Gitarristen und einen scharfen Typen samt Mikro auf die Bühne stellt und so die ganze Partie noch ein bisserl mehr – ich zitiere abermals – „im G’sicht drückt“. Und das schadet ja mal grundsätzlich überhaupt und absolut mitnichtenundneffenundsämtlichenanderenverwandten gar nicht. Außerdem wissen bei den Typen wirklich alle, was sie da tun.

Drum&Bass, Dubstep, Breakbeat, whatever…auf jeden Fall so überhaupt nicht von schlechten Eltern. Oder musikalischen Produzenten in dem Fall. Eigentlich. Und somit schwer zu empfehlen. Live zumindest. Vor allem, wenn man mal das Bedürfnis haben sollte zu kreischen, zu hüpfen und dabei schmerzhaft umzufallen. Holla die Waldfee!

„Black Rebel wer? Ich war nur wegen der Vorband hier…“

Das stimmt zwar nicht so ganz. Aber dafür so halb. Oder zumindest zu einem Drittel. Schließlich habe ich mein musikalisches Herz –  und mitsamt diesem auch meine musikalische Libido –  schon vor langer Zeit an die zwei Herren in Lederjacke, RayBan und Zigarettenrauch samt deren Schlagzeugerin verloren. Warum? Weil das in Kombination mit deren verruchter Art ihre Instrumente zu bedienen einfach unheimlich scharf ist. Mal ganz von Textzeilen wie I wanna *stöhn* somebody abgesehen… Und für verrucht bin ich sowieso zu haben. Immer. Und sofort. Und nicht nur in musikalischer Hinsicht.

Doch die Vorfreude diese verruchten Typen endlich mal wieder schweißgebadet – also sowohl die Typen als auch ich – live anschmachten zu können, wurde durch die Vorband noch einmal gesteigert. Um nicht zu sagen, maximiert. Denn als gute Konzertgeherin – und ich mache in diesem Bezug alles in meiner Macht stehende – informiert man sich ja auch über die armen Menschen, die vor dem Hauptact auf der Bühne stehen und denen immer nur diejenigen zwangsläufig zuhören, die die verruchten Typen aus der ersten Reihe Mitte anschmachten wollen. Und nein. Dazu gehöre ich nicht. Meistens nicht. Zumindest. Doch meine langjährige Erfahrung als Konzertgeherin hat mich gelehrt, dass die armen Menschen unterschätzt werden. Nicht nur so ein bisschen. Sondern gewaltig. Wieso sollte es also den armen Menschen von gestern, die sich in Kombination übrigens The Transfer nennen, anders gehen? Ging es auch nicht. Fünf Minuten vor Vorbandbeginn konnte man die Zuhörer noch an einer Hand abzählen. Wenn diese denn 50 Finger hätte.

Oh nein! Diese arme Vorband.

Diese Gedankenfolge wurde dadurch ausgelöst, dass ich mir einige ihrer klangvollen, künstlerischen Auswüchse schon vorher auf meine Gehörgänge gedrückt hatte. Und sowohl meine Gehörgänge als auch mein Denkorgan waren von diesen klangvollen, künstlerischen Auswüchsen echt sehr angetan. Insofern wäre ich am liebsten wieder in die Vorhalle gegangen, um jeden einzelnen Vorbandverweigerer an den Haaren, Händen, Füßen oder sonstigen Körperbestandsteilen vor die Bühne zu zerren. Doch dazu war, bin und werde ich wahrscheinlich auch niemals physisch in der Lage sein. Und wer hört schon auf eine kleine, blonde, kreischende Person? Richtig. So gut wie niemand. Als nun schließlich The Transfer vom Backstagebereich auf die Bühne transferierten, hörte man irgendwo in weiter Ferne einen Klatscher und einen mitleidserregenden Johler. Und das wars. Dann. Ergriffen diese ihre Instrumente. Mitsamt den Mikros.

Holy Shit! Diese arme Vorband. Die sind ja noch dazu richtig, richtig, richtig, also so wirklich richtig gut.

Diese Tatsache schien sich ihren Weg, mitsamt den musikalischen Klängen, jedoch durch die offen stehenden Bühnenbereicheingänge in die Vorhalle zu bahnen, denn binnen Minuten hätte ich der 50-fingerigen Hände schon mindesten – und die Betonung liegt auf mindestens – 20 gebraucht, um die Anzahl der lauschenden Gehörgänge mitsamt deren Besitzer zählen zu können. Ich bilde mir sogar ein, dass die Verlautbarung This is our last one sogar etwas wie Schwermut verursachte. Ein bisschen. Zumindest. Bei mir. Denn mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass diese vier Herren aus San Diego wirklich äußerst feine Musik produzieren, stehen ihnen – vor allem dem hauptsächlich singenden Herren – Lederjacken auch nicht so schlecht. Und Schweiß ohnehin nicht. Wenn frau versteht was ich meine…

Insofern lautet die Moral von der Geschicht: Verruchte Vorbands ignoriert man einfach nicht. Niemals.

Türchen Nummer NEUNZEHN: Making-out for Dummies…

Tada. Nun wird das Versprechen eingelöst. Oder auch die Drohung. Je nachdem. Wie man das sehen. Oder hören will. Ich würde es aber als Versprechen verbuchen. Denn Queens of the Stone Age und/oder Josh Homme als Drohung zu bezeichnen, das wäre echt nicht so. Mein Ding. Vor allem nicht bei diesem Lied. Das so ziemlich das praktischste Lied aller Zeiten ist. Wenn man jemandem subtil mitteilen will: „Ich find‘ dich scharf. Am liebsten würde ich dich ablecken. Von Kopf bis Fuß. Und wieder zurück. Aber rummachen würde auch schon mal reichen. Für den Anfang…“ In diesem Sinne…

Tada. Lass ich Make it Wit Chu einfach für sich selbst sprechen. Dann braucht man nicht mehr viel zu sagen. Oder zu schreiben. Oder Ähnliches. Sondern nur zuhören. Und – eventuell – jemanden ablecken…Falls zufällig gerade wer in der Nähe ist. Der nicht unbedingt etwas dagegen hat…und so…

Türchen Nummer ACHTZEHN: New Moon. Die gute Version. Ohne Vampire. Und so.

Im Sommer war ich ja faul. Na. Ja. Eigentlich nicht. So wirklich. Nur in bestimmten Bezügen. Und Belangen. Einer davon wäre dieser Blog. Das sieht man an der Timeline ganz deutlich. Shame on me. Blöd dabei ist, dass ich es somit auch verabsäumt habe ein paar großartige Live-Erlebnisse in hellster Begeisterung nieder zu schreiben. Shame on me. Again. Die noch dazu in der Arena Wien – beste Konzert-Location ever, Anm. der Biz – stattgefunden haben. Shame. Shame. Shame. On me. Times three.

Der Knaller – jetzt weder im physischen oder im positiven Sinne – daran ist jedoch, dass somit auch eines der großartigsten Konzerte, die ich jemals erleben durfte, zu kurz kam. Oder gar nicht kam. Also, blogtechnisch. Jetzt. Ich erwartete mir von Wolfmother nicht wirklich viel. Eigentlich so gut wie gar nix. Im Gegensatz zu meinen vor Vorfreude überlaufenden und -schäumenden Begleitpersonen. Das lag aber hauptsächlich daran, dass diese so gut wie jedes Lied, jede Textzeile, jedes Wort und sogar die Gitarrensoli – falls vorhanden – mitsingen konnten. Im Gegensatz. Und Gegenteil zu mir. Ignoranterweise kannte ich nur ganze 3 Lieder. Na. Ja. Zumindest 3. Und zumindest ganz. Shame. Shame. Shame. On me. Times three.

Aber man – also, ich – kann meiner Ignoranz durchaus etwas Positives abgewinnen: Wenn man – also, ich – keine Erwartungen an Wolfmother stellt, plätten sie einen – also, mich – nur umso heftiger. Kaum erklangen die ersten Töne, fühlte man sich schlagartig in die 70er Jahre zurückversetzt. Und auf Zeitreisen steh ich ja. Sowieso. Was soll ich noch sagen. Diese Band war ab diesen ersten Tönen großartig. Großartigst. Einfach nur Baaaaam! Das hat sich auch auf die vor der Bühne anwesenden Menschen übertragen. Also, dieses Baaaaam! Ich habe noch nie – also, wirklich noch niemals, zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben – ein derartig geiles Publikum erlebt. Und kein derartig durchnässtes. Was sich aber gut ergänzte. Also, so wirklich. Echt. Interessanterweise. Hoch lebe der Platzregen! Und die Arena! Und Wolfmother sowieso!

Crack macht Spaß. Segeln noch viel mehr.

Weil ja heute bekanntlich Dienstag und nicht Donnerstag ist, braucht der Artikel eine Einleitung zur Einleitung. Also eine Meta-Einleitung. Finde ich zumindest. Und hier ist sie auch schon: Zeit ist relativ. Zumindest im Juni. Und zumindest wenn man studiert. Oder Lehrer ist. Oder noch schlimmer: Schüler. Wenn man studiert vergeht die Zeit zu schnell, denn irgendwie hat man immer zu wenig davon zum Lernen oder für die Abgabe gewisser Schriftstücke. Ist man Schüler oder Lehrer wartet man hingegen ungeduldigst auf Ferienbeginn. Deswegen zieht sich der Juni auch wie ein Kaugummi, der sich gerade zwischen dem glühend heißen Asphalt und der eigenen Schuhsohle befindet. Worauf will ich eigentlich hinaus? Genau: Obwohl es schon eine Woche her ist, dass sich der blonde Surferdude Aaron Bruno mit seiner Band AWOLnation in der Arena Wien die Ehre gab, kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen. Insofern ist es gut, dass ich Student bin („Waaaaaas? Das ist schon eine Woche her? Holy Sh*t!“).

Aaron Bruno aka der blonde Surferdude aka Sänger/Komponist von AWOLNATION

Aaron Bruno aka der blonde Surferdude aka Sänger/Komponist von AWOLNATION

Sail von AWOLnation kennt ja jetzt irgendwie jeder. Bis auf meine Mama. Aber das zählt nicht. Und weswegen ist das so? Wegen Jeb Corliss und seinem „Grinding the Crack“- Video auf YouTube. Leider muss ich zugeben, dass ich ohne dem auch gar nicht oder noch viel später von AWOLnation erfahren hätte. Also, erstmal ein riesen, fettes Danke an Jeb und den Typen, der AWOLnation bereits kannte und es zur passenden Hintergrundmusik für besagtes Video auserkoren hat. Und auch ein ebenso riesen, fettes Danke an meinen Bruder, der auf lebensmüde Sportler steht und mir eigentlich das Video, und nicht die Musik zeigen wollte. Das alles hätte jedoch nichts, oder zumindest mir nichts bzw. wenig geholfen, wenn das Konzert in der Arena tatsächlich pünktlich, also im Februar, stattgefunden hätte. Hätte. Konjunktiv. Hurra. Aus welchen Gründen auch immer, hat es das aber nicht. Die Tatsache, dass es auf Juni verschoben wurde, habe ich einfach mal als Wink des Schicksals gedeutet, mir spontan eine Karte besorgt und mich ganze drei Monate auf die Erfüllung des Schicksalswinks (sofern das ein Wort ist) gefreut.

So sieht's aus, wenn man direkt vorm Gitarristen steht

So sieht’s aus, wenn man direkt vorm Gitarristen steht

Letzten Dienstag war es dann soweit. Und wenn man sich drei Monate schon so auf ein Konzert gefreut hat, dass man kurz davor war einen Kalender zu basteln, an dem man die verbleibenden Tage bis zu dem „Event“  abzählen kann, dann darf man sich auch, wie ein 15-jähriger Teenager, in die erste Reihe stellen. Vor allem, wenn man genetisch bedingt nie im Stande war, eine für einen Erwachsenen respektable Körpergröße zu erlangen. Da steht man also. Hält sich an der Bühne fest. Fragt sich, warum man eigentlich so nervös ist, dass man sich an der Bühne festhalten muss. Dann geht das Licht aus. Spannung. Dann geht es wieder an. Noch mehr Spannung. Und die kalifornischen Surferdudes, samt ihres blonden Sängers und Komponisten, betreten die Bühne. Spannung zu Ende. Dafür ist die Freude darüber, dass es nun endlich abgeht, unheimlich groß. Whoopie! Aber offensichtlich war die Vorfreude nicht bei allen, sondern eigentlich eher bei wenigen, so groß wie bei mir. „Griegt man die Stimmung hier vorn nur nicht so mit oder stehn die da wirklich alle bloß mit so großen Augern herum und bewegen sich nicht?“ Anscheinend ist das Publikum in den letzten paar Jahren schüchtern geworden. Anscheinend braucht man zum Vertreiben dieser Schüchternheit mindestens zwei Lieder, wovon eines jeder, wirklich jeder, kennen muss. Tadaaaaa, und da kam es dann auch schon: Aaron kündigte es mit dem Zusatz „Habt euch alle lieb!“ an und schon erklang Not your fault – die Liveversion. Das funktionierte unheimlich gut. Ab diesem Zeitpunkt ging es nun tatsächlich – endlich – ab. Nicht nur im Publikum. Und bei mir. Sondern auch auf der Bühne. Ich habe wirklich selten einen Künstler gesehen, der sich so auf der Bühne verausgabt und mindestens drei Liter Flüssigkeit verliert. Also, schweißtechnisch. Kein Wunder, dass in den Monaten, die die Band schon auf Tour ist, vom einst stämmigen Aaron nur mehr ein Strich in der Landschaft übrig ist. Aber egal. Er gab alles. Die Band gab alles. Und das Publikum gab alles. Alle dehydrierten gemeinsam. Gemeinsam war dann auch das Stichwort: Endlich ertönten die ersten Töne von Sail. Und Aaron schmiss sich einfach in die Menge. Nein. Nicht zum Crowdsurfen (das er ja auch sehr gern macht, mit einem tatsächlichen Surfboard). Er stand einfach mitten im Publikum und sang gemeinsam mit den überaus aufgeregten Menschen um ihn herum dieses epische Lied. Spätestens zu dem Zeitpunkt, war nicht nur die Blondine in der zweiten Reihe, die ihn schon die ganze Zeit angehimmelt hatte, endgültig verliebt. Sondern auch alle anderen, die es in das vordere Drittel der großen Halle geschafft hatten. Wobei sich bei den meisten davon wohl zwei X im Chromosomensatz befanden. Diese – temporäre oder auch permanente – Verliebtheit führte auch schließlich dazu, dass sich alle, wirklich alle, zu All I need in der ersten Reihe in den Armen lagen und schunkelten. Aber natürlich nicht so wie im Bierzelt. Sondern viel cooler. Schließlich war die Musik allein schon wesentlich cooler. Finde ich zumindest. Neben den bereits bekannten Liedern, die nicht nur von mir in vollkommener Inbrunst mitge“sungen“ wurden, gab es auch drei neue Leckerbissen, die Appetit, nein, Hunger auf das neue Material machen.

Volle Hingabe - völlig fertig - der Surferdude am Boden

Volle Hingabe – völlig fertig – der Surferdude am Boden

Eigentlich wollte ich jetzt „Und nach soundso viel Stunden Konzertgenuss pur“ schreiben, aber ich habe keine Ahnung, wie lange das Konzert eigentlich gedauert hat. Das muss wohl am vielen Headbangen liegen. Oder am Hüpfen. Oder am Tanzen. Oder am Umarmen. Oder am Grölen. Oder am halben Liter Radler, den ich nach dem Konzert innerhalb von gut 3 Minuten hinunter geleert hatte, um der Dehydration zu entgehen. Eigentlich egal, woran es liegt. Eigentlich egal, wie lange es gedauert hat. Eigentlich alles egal. Außer, dass AWOLnation live wirklich einfach grenzgenial sind. Glücklicherweise kann man sich im November gleich drei Mal davon überzeugen, ob sie das halten, was ich in meinem Begeisterungssturm versprochen habe: Am 03.11. in Linz (Posthof), einen Tag später, am04.11. wieder in Wien (Arena) und schließlich auch noch am 06.11. in Salzburg (Rockhouse). Eine Karte gehört schon mir. Natürlich nur, damit ich dann weiß, wie lange denn jetzt eigentlich so ein AWOLnation-Konzert dauert…

Fever! In the morning…

…and fever all through the night. Wie Peggy Lee damals so schön sang. Und das Fieber hat mich wirkich erwischt. Aber nicht die gute Art, wie Disco-Fieber (wenn ich in den 70ern leben würde). Sondern die Art von Fieber, bei der die Körpertemperatur ansteigt und man deswegen nicht wirklich klar denken und schon gar keinen geraden Satz formulieren kann. Höchstens einen schrägen. So wie diesen hier.

Aus dem Grund muss ich den Konzertbericht von AWOLnation leider auf Dienstag verschieben. Eines mal im Voraus: Es war GRANDIOS! Weswegen ich erst recht nicht einfach irgendetwas darüber schreiben will, sondern lieber darauf warte, bis sich in meinem Hirn überhaupt etwas zusammenbrauen kann, das auch nur ansatzweise irgendwie dem gerecht wird, wie GRANDIOS AWOLnation live ist. Aber nicht nur live, sondern auch die neue EP kann schon einiges. Besonders cool daran: Man kann sie sich gratis downloaden. Whoopie!

So, und jetzt zieh ich mir wieder mal meine Decke über den Kopf und entschuldige mich,weil ja schon die Entschuldigung eine Tag zu spät kommt. Ich hoffe, es ist trotzdem nicht zu spät dafür.