Ein Hallelujah für Heimatmusik!

Mit Heimatmusik kann man die meisten Menschen jagen. Zumindest diejenigen, die noch nicht das 45. Lebensjahr überschritten haben. Oder nicht von Kindesbeinen damit zwangsbeschallt wurden. Dabei sollte man sich echt mehr Heimatmusik zu Gemüte führen. Finde ich.

„What the fuck? Ernsthaft? Wirklich? Echt?“

Ja. Ernsthaft. Wirklich. Und echt. Musik aus der Heimat kann nämlich auch alles andere sein als dieses furchtbare Umtata, zu dem sich die meisten Gehirne assoziativerweise verlaufen. Dass dem so ist, darauf wurde meine Kleinigkeit schon des Öfteren hingewiesen. Mal mehr und mal weniger sanft. Und trotzdem schaffe ich es immer wieder, darauf zu vergessen. Wobei vergessen wahrscheinlich das falsche Wort ist. Ich weiß es. Eigentlich. Dennoch gibt es immer wieder diesen einen Moment. In dem ich mir eine Band auf meine eigenen Ohren drücke. Mein Fuß im Takt zu wippen anfängt – was immer ein gutes Zeichen ist. Und folgender Gedankengang in meinem Denkorgan seinen Lauf nimmt. „Hm. Nicht schlecht. Also, eigentlich. Echt gut, sogar. Wobei. Ziemlich genial, triffts dann doch eher. Blödsinn. Scheißgenial. Gib mir mehr davon! Wer isn das eigentlich?“ In solchen Fällen wird dann Dr. Google zu Rate gezogen. Und seine Diagnose in dem Fall war Seraphim aus… Zwettl an der Rodl. Oberösterreich.

„What the fuck? Ernsthaft? Wirklich? Echt?“

Ja. Ernsthaft. Wirklich. Und echt. Check, Double-Check und auch der Re-check haben immer dasselbe ergeben. Die vier Herren, aus denen sich Seraphim zusammensetzt kommen alle aus dem beschaulichen Zwettl. Der Grund, warum dies so schwer zu glauben war – anfangs zumindest – war einfach der, dass das Album wirklich äußerst genial ist. Das bekomme man an dieser Stelle bitte nicht in den falschen Hals. Oder auf die falschen Gehörgänge. Oder wohin sonst auch immer. Aber „A Light that never goes out“ könnte auch genauso gut von einer international, global oder auch sonstigen über die Maßen und Grenzen bekannten Band sein. Die ganze Stadien ausverkauft. Die Kritiker in Staunen. Und massenweise Fans – hauptsächlich weiblicher Natur – in Hysterie versetzt. Aber nein. Dieser musikalische Lichtblick kommt aus Oberösterreich.

Mal ganz abgesehen, dass die musikalischen Klänge sehr fein produziert worden sind. Sind die musikalischen Klänge an sich als auch die literarischen Untermalungen – auch Texte genannt – wirklich unheimlich gut. Und schön. Und hörenswert. Also, so wirklich. Echt. Und ernsthaft. Von Anfang. Bis zum Ende. Hallelujah!

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